Lebensfreuden

Die Sümsüm-Jagd

Sonntag 30 August 2020 - 15:51:50
s_ms_m.jpg Wir gehen in der Regel mit einem „Gute Nacht!“ oder „Schlaf gut!“ zu Bett. Ein „Sag Bescheid, wenn du ein Sümsüm hörst“ ist jetzt nicht gerade das, was ich gerne hören würde, bevor ich in die Welt der Träume eintauche!

Das Einschlafen bereitete in letzter Zeit - bedingt durch die tropischen Temperaturen am Tage und die mangelnde Abkühlung am Abend und in der Nacht - erhöhte Schwierigkeiten.
Die Sommerhitze hielt sich noch hartnäckig im Schlafzimmer und um überhaupt etwas schlafen zu können, öffneten wir beide Flügel des Schlafzimmerfensters - und genau das war praktisch die Einladung für das Sümsüm und seine Verwandten, um genau zu sein: für ca. vier Sümsüms in dieser Nacht!
Die Sümsüm-Jagd war eröffnet.
Hatte man endlich eine angenehme Schlafposition gefunden, ging es auch schon los! Da, am rechten Ohr - auf dem linken lag man ja - da war es, ssssssüüüüüümmmmm. Die schallende Ohrfeige, die ich mir selbst verpasste, um das Sümsüm für immer zum Schweigen zu bringen - was mir natürlich nicht gelang – hinterließ einen ziehenden Schmerz und eine hellwache, leise vor sich hinmurrende Person! Doch immerhin gelang es mir, das Sümsüm zu verscheuchen, es hatte vermutlich im Bett die Seiten gewechselt. Ich jedenfalls hörte nichts mehr und musste wohl trotz allem irgendwann eingeschlafen sein. Doch plötzlich ging das Licht an und ich schreckte auf. Völlig geblendet und irritiert fragte ich: „Was ... wo, ist was passiert?“ Wie nur dem grellen Licht entkommen, wie sich orientieren!
Von der anderen Seite des Bettes hieß es kurz angebunden: „Ich habe ein sümsüm gehört!“ Mittlerweile hatten sich meine Augen an den hellen Raum gewöhnt und ich erkannte mein Bärchen mit einem Handtuch bewaffnet vor dem Bett stehen, suchenden Blicks.
Ihr hattet sicher von vornherein keinen Zweifel, wer mit diesen „Sümsüms“ gemeint ist. Richtig, es geht um die kleinen Blutsauger namens Stechmücken! Und richtig: Ihr Anfluggeräusch ist fast noch schlimmer als der Biss. Und richtig: „Sümsüms“ ist fast noch zu harmlos dafür!
Da war sie, mitten auf der Wand, und wahrscheinlich wartete sie schon darauf, genauso wie ich, dass das Licht wieder ausgeknipst würde. Ein schneller Wusch mit dem Handtuch, ein kleiner roter Fleck: Der Beweis, man hatte sie erwischt! „Ha, du hast das letzte Mal sümsüm gemacht!“ Das Licht wurde wieder gelöscht.
Dieses Spiel wiederholte sich jedoch die Nacht über ganze vier Mal, was den erholsamen Tiefschlaf sehr verkürzt hat. Und nebenbei wurde die weiße Wand mit noch drei weiteren roten Flecken verziert.
Die Tatorte würden wohl morgen erst mit einem nassen Lappen weggewischt und die blassen Stellen mit einem weißen Pastellkreidestift übermalt werden, damit von den Spuren der Opfern nichts mehr zu sehen sein würde!
Beim letzten endgültigen Wusch mit dem Handtuch verkündete ich meinem Bärchen: „Morgen wird ein Fliegen-Gitter besorgt!“ Für den Rest der Nacht hatte es sich wohl ausgesümt und es konnte endlich geschlafen werden.
Am Morgen haben wir dann auch unsere kleinen roten, juckenden Stellen am Körper begutachtet. Das Sümsüm war ja auch zum Zug gekommen und so hatten wir noch einige Tage davon. Doch dank des Gitters, was nun am Fenster hängt, gingen wir von nun an wieder mit einem „Gute Nacht!“ oder „Schlaf gut!“ zu Bett.

Hilda und das Bärchen



1 Kommentare


    Anonym
    1 Woche vor

    Die Sümsüms haben auch mich verrückt gemacht. Man wird direkt paranoid und sucht am Abend alle Räume ab. Und dann geht die Jagd los und es waren einige, die einem Möchelmord erlegen sind, bin also mit Recht schuldig zu sprechen. Gitter am Fenster und endlich eine Schlafzimmertür, die wegen C....eine lange Lieferzeit hatte, sind alle Sümsüms freiwillig draußen geblieben oder war es, weil sich das morden rumgesprochen hat wink

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